Dr. Rudolf Mühland spricht, Daniel Minetti liest.

Es gibt kaum einen Begriff, der widersprüchlicher benutzt wird als die Anarchie. Einerseits wird sie uns als Chaos, Unordnung, Gewalt beigebracht. So erfahren wir allenthalben von der "Anarchie auf den Straßen" (Focus, 18.10.2015) oder davon, dass "Anarchie am Horn von Afrika" herrscht (Die Welt, 07.06.2011), um nur zwei Beispiele zu nennen. Andererseits begegnet uns die Anarchie in der Kunst und Kultur. So ist dieses und jenes positiv anarchistisch oder dieser oder jener Künstler ein "Anarchist". Das Abendblatt postulierte am 13.04.2004 gar "Jeder Künstler ist Anarchist". So erklärt der Deutschlandfunk am 31.08.2017 Castorfs Volksbühne zu "Ausgezeichnete(n) Theater Anarchisten". Und dann gibt es natürlich noch die Vorstellung von "freier Liebe" als ungezügeltem Sex oder eines übersteigerten Egoismus, dem unter dem Schlagwort "Anarchie" einfach alles erlaubt scheint, und vieles andere mehr. Aber was ist eigentlich Anarchie nun wirklich?

Rudolf Mühland aus Düsseldorf, seit Jahren als freier Redner zu Themen der Arbeiterbewegung, des Syndikalismus uder der Anarchie tätig, räumt diese Vorurteilen aus und beschreibt als Grundprädikate des Anarchismus Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Selbstverantwortung der Individuen, sowie die Ablehung sowohl Herrschaft des Menschen über den Menschen als auch die Unterdrückung und Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Unterstützt wird er durch Daniel Minetti, der Passagen von Emma Goldmann, einer bekennenden Anarchistin, sowie Gandhi, Tolstoi, Kafka u.v.a. liest.

Termine:

SO 27.10.2019 11:00 Uhr 17.50 € / 12.50 € Tickets

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